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Photovoltaik

Photovoltaik-Ertrag: Wie viel Strom bringt eine Anlage wirklich?

Veröffentlicht am Juli 15, 2026 · Stefan Pohl

Wer über eine Photovoltaik-Anlage nachdenkt, stellt sich zuerst eine Frage: Wie viel Strom bringt das eigentlich? Die gute Nachricht ist, dass sich der Ertrag mit ein paar Kennzahlen recht zuverlässig abschätzen lässt. Wir zeigen, welche Werte realistisch sind und was den Ertrag beeinflusst.

Die wichtigste Kennzahl: der spezifische Ertrag

Entscheidend ist der sogenannte spezifische Ertrag – die Strommenge, die eine Anlage pro installierter Leistung (Kilowatt-Peak, kWp) im Jahr erzeugt. In Deutschland liegt dieser Wert je nach Region zwischen etwa 900 und 1.100 Kilowattstunden pro kWp und Jahr. Im sonnenreicheren Süden werden teils über 1.150 kWh/kWp erreicht, im Norden eher rund 900.

Als grober Richtwert hat sich 1.000 kWh pro kWp und Jahr etabliert. Damit lässt sich einfach rechnen: Eine 10-kWp-Anlage erzeugt im Schnitt rund 10.000 Kilowattstunden pro Jahr – etwa das Doppelte des Verbrauchs eines durchschnittlichen Haushalts.

Typische Erträge nach Anlagengröße

Als Orientierung für ein Einfamilienhaus:

  • 5 kWp: rund 4.500 bis 5.000 kWh pro Jahr
  • 10 kWp: rund 9.000 bis 11.000 kWh pro Jahr
  • 15 kWp: rund 13.500 bis 16.500 kWh pro Jahr

Die passende Größe richtet sich nach Ihrem Stromverbrauch – und danach, ob absehbar eine Wärmepumpe oder ein E-Auto dazukommt, die den Bedarf erhöhen.

Ausrichtung und Neigung

Den höchsten Ertrag liefert eine Südausrichtung mit etwa 30 bis 35 Grad Dachneigung. Doch auch abweichende Ausrichtungen lohnen sich: Eine Ost-West-Anlage erreicht immer noch rund 80 bis 90 Prozent des Optimalertrags – und hat sogar einen praktischen Vorteil. Sie verteilt die Produktion gleichmäßiger über den Tag, mit Spitzen am Morgen und am Abend. Genau dann, wenn in vielen Haushalten der meiste Strom gebraucht wird. Das erhöht den Eigenverbrauch.

Was den Ertrag sonst beeinflusst

Neben Ausrichtung und Standort spielen weitere Faktoren eine Rolle:

  • Verschattung durch Bäume, Nachbargebäude oder Schornsteine
  • Verschmutzung der Module (regelmäßige Reinigung kann einige Prozent bringen)
  • Systemverluste durch Wechselrichter, Kabel und Temperatur senken den theoretischen Wert um rund 10 bis 15 Prozent

Wichtig zu wissen: Rund 70 Prozent des Jahresertrags entstehen zwischen April und September. Im Winter ist die Produktion deutlich geringer, bleibt aber Teil der Gesamtbilanz.

So schätzen Sie den Ertrag für Ihr Dach

Eine einfache Faustformel: Anlagenleistung in kWp multipliziert mit dem regionalen spezifischen Ertrag, angepasst um einen Faktor für die Ausrichtung. Für eine genaue Prognose lohnt sich aber eine individuelle Berechnung, die Standort, Dachform, Neigung und Verschattung berücksichtigt.

Fazit

Eine gut geplante PV-Anlage in Deutschland liefert zuverlässig zwischen 900 und 1.100 kWh pro kWp und Jahr. Selbst bei Ost-West-Ausrichtung oder leichter Verschattung rechnet sich die Investition in aller Regel – bei einer Lebensdauer der Module von 25 bis 30 Jahren.

Gerne berechnen wir den zu erwartenden Ertrag konkret für Ihr Dach und zeigen Ihnen, welche Anlagengröße sich für Ihren Verbrauch lohnt.

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